„Hiddensee“ – schon allein das Wort löst bei vielen Menschen eine große Sehnsucht aus. Seit die Berliner Avantgarde die nur 17 Kilometer lange Insel vor gut 100 Jahren für sich als Rückzugsort entdeckt hat, ist Hiddensee in aller Munde. Die kleine Ostsee-Insel kurz vor Rügen ist auch Spiegel der Zeitgeschichte. In der DDR war Hiddensee ein Ort der Freiheit für alle jene, die der Doktrin entfliehen wollten. Gehen Sie mit uns – denn Hiddensee ist autofrei! - auf eine literarische Spurensuche der besonderen Art! Erfahren Sie, warum der Literaturnobelpreisträger Gerhart Hauptmann, der Stummfilm-Star Asta Nielsen, die Tänzerin Gret Palucca, die Malerin Elisabeth Büchsel, der weltbekannte Physiker Albert Einstein, der Schriftsteller Joachim Ringelnatz, der Sänger Aljoscha Rompe und der Schriftsteller Lutz Seiler nicht nur ihre Sommer auf Hiddensee verbracht haben. Tauchen Sie ein in die Geschichte dieses Eilands. Geführt wird die Reise von Kathrin Matern vom Frau Rilke Buchladen.
Wenn der November naht, verabschieden sich die Urlaubsgäste. Die richtige Zeit, die kleine Insel noch mal mit anderen Augen zu betrachten und die „Geschichten dahinter“ zu erfahren. Wir starten in Neustrelitz im gemütlichen Reisebus. Hier erwartet sie eine in Häppchen servierte zeitgeschichtliche und literarische Einstimmung auf das Bevorstehende: Wer war auf Hiddensee und warum? Was macht die Insel so besonders? Wo hat Lutz Seiler für seinen mit dem Uwe Johnson-Preis und dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Roman „Kruso“ recherchiert? Existiert der „Klausner“ noch? Ab Schaprode setzen wir mit der Fähre über nach Hiddensee (45min). In Kloster besteht – sofern es sein Terminplan zulässt – die Möglichkeit einer persönlichen Begrüßung durch NDR-Wettermann Stefan Kreibohm.* Er bringt seit mehr als 20 Jahren allabendlich die Prognose für den nächsten Tag in die heimischen Wohnzimmer. Das NDR-Wetterstudio liegt direkt am Hafen. Danach beziehen wir unser Quartier in Kloster, dem wichtigsten Ort der kleinen Insel. „Kruso“-Lesung am Abend: 2014 gelingt dem Schriftsteller Lutz Seiler mit seinem Roman „Kruso“ ein Coup - Seiler erzählt entlang seiner Figur Edgar die Geschichte einer Flucht und die einer Freundschaft. Kathrin Matern liest und erzählt aus dem Roman, stellt die Bezüge zu Hiddensee her und zum Schreiben und Werk Lutz Seilers.
(*Hinweis: Die persönliche Begrüßung durch Herrn Kreibohm ist kein Bestandteil der Reiseleistungen. Es handelt sich hierbei um eine Zusatzleistung. Sie erfolgt ausschließlich, sofern seine terminliche Situation dies zulässt.)
Nach dem Frühstück besuchen wir das Gerhart Hauptmann-Haus. 1885 kam der Schriftsteller („Bahnwärter Thiel“, „Der Biberpelz“, „Die Ratten“, „Die Weber“) das erste Mal auf die Insel, 1930 erwarb er das Haus Seedorn in Kloster. Hier entstanden viele seiner Werke. Wir machen einen Rundgang durch das Hauptmann-Haus. Anschließend spazieren wir zum „Klausner“ mitten im Nationalpark, im Dornbusch, am nördlichsten Punkt der Insel. Die traditionsreiche Gaststätte ist einer der wichtigsten Handlungsorte von Seilers Roman „Kruso“. Von hier nahmen Fluchtgeschichten über die Ostsee in Richtung Dänemark ihren Anfang. Viele Geflüchtete sind bis heute verschollen.
Im „Klausner“ besteht - sofern geöffnet - die Möglichkeit, einen kleinen Mittagssnack einzunehmen (fakultativ, nicht im Reisepreis enthalten).
Anschließend machen wir uns vom „Klausner“ aus auf den Friedhof Kloster. Auf dem naturnahen Friedhof, der vielmehr an einen Park erinnert und dessen Bepflanzung typisch ist für pommersche und vorpommersche Gräber, ist Gerhart Hauptmann begraben. Aber auch Gret Palucca und Walter Felsenstein. Und auch Aljoscha Rompe, Sänger der DDR-Punkband „Feeling B“, hat hier seine letzte Ruhe gefunden. Abends treffen wir uns wieder in gemütlicher Runde und lesen Ringelnatz. Und erfahren, warum Uwe Johnson seine Sehnsucht nach Hiddensee niemals stillen konnte.
Nach dem Frühstück machen wir uns mit der Kutsche auf den Weg nach Neuendorf. Die Fahrt führt über Vitte, wo sich das legendäre Sommerhaus von Stummfilm-Star Asta Nielsen befindet. Anschließend geht es weiter zum Strandcafé in Neuendorf. Von dort aus wandern wir zum Leuchtturm, dem südlichsten Zipfel der Insel. „Leuchtfeuer Gellen“ nennen die Einheimischen den zwölf Meter hohen rotweißen Turm. Danach kehren wir zum Fähranleger zurück und setzen nach Schaprode über. Dort erwartet uns bereits unser Reisebus, mit dem wir die Heimreise nach Neustrelitz antreten.
Bei Nichterreichen der Mindestteilnehmerzahl von 25 Personen behält sich GR-Reisen vor, die Reise bis spätestens 4 Wochen vor Reisebeginn abzusagen.
Diese Reise ist für Reisende mit eingeschränkter Mobilität nur bedingt geeignet. Bitte kontaktieren Sie uns bezüglich Ihrer individuellen Bedürfnisse.
| Einzelzimmer: | 56 € |